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Industrie & Manufacturing·Beschäftigungs-Entscheidung

KI-Produktivitätsmonitoring in der Produktion

Wir messen die Produktivität von Produktionsmitarbeitenden mit KI

Hochrisiko

Wir messen die Produktivität von Produktionsmitarbeitenden mit KI: Diese Anwendung ist nach derzeitiger Einschätzung ein Hochrisiko-KI-System. Damit gelten die umfangreichsten Pflichten des EU AI Act — von Risikomanagement über technische Dokumentation bis zur menschlichen Aufsicht. Betroffen sind insbesondere Beschäftigte. Der einschlägige Regulierungspfad ist III.4(b) (annex iii 4 employment).

Zuletzt geprüft: 5. Juni 2026 · 3 Min. Lesezeit · Herausgeber: Innopulse Consulting GmbH, Zug

Warum diese Einstufung?

  • Das System unterstützt Entscheidungen über Personen — auch beratende Systeme können in den Hochrisiko-Bereich fallen.
  • Es findet Profiling im Sinne der DSGVO statt.

Rechtliche Grundlage

Artikel

Annex III.4(b) EU AI ActArt. 26 EU AI Act

Annex-Pfad

III.4(b)

Welche Pflichten gelten?

  • Risikomanagementsystem über den gesamten Lebenszyklus (Art. 9)
  • Daten-Governance und Qualitätskriterien für Trainings-, Validierungs- und Testdaten (Art. 10)
  • Technische Dokumentation nach Annex IV (Art. 11)
  • Automatische Protokollierung von Ereignissen (Art. 12)
  • Transparenz und Bereitstellung von Informationen für Betreiber (Art. 13)
  • Menschliche Aufsicht (Art. 14)
  • Genauigkeit, Robustheit und Cybersicherheit (Art. 15)

Praxis-Beispiele

Hochrisiko

KI bewertet die Leistung einzelner Mitarbeitender und speist Schicht-/Bonus-Entscheidungen — Annex III.4(b) Hochrisiko.

Unkritisch

Nur aggregierte Linien-/Maschinen-Kennzahlen ohne Zuordnung zu Personen — minimal.

Pflicht-Trigger für diesen Fall

  • Wirkt direkt auf natürliche Personen
  • Profiling natürlicher Personen
  • Entscheidungsunterstützung (Mensch im Loop)

Zusätzliche regulatorische Overlays

GERMAN BDSG SECTION 26 EMPLOYEE

Neben dem AI Act greifen für diesen Fall sektorale Vorschriften, die zusätzliche Pflichten auslösen können.

Was muss konkret geklärt werden?

Ob Dein konkreter Use-Case unter Hochrisiko fällt, hängt von folgenden Detailfragen ab:

  • Fliessen die Produktivitätsdaten in Entscheidungen über einzelne Beschäftigte (Bewertung, Bonus, Schicht)? (Annex III.4(b))
  • Werden nur aggregierte Linien-/Maschinendaten ohne Personenbezug erhoben?

Häufige Fragen

Ist „Produktions-Monitoring (KI)" ein Hochrisiko-KI-System nach dem EU AI Act?

Nach derzeitiger Einschätzung ja. Der Fall fällt unter III.4(b). Massgeblich sind Annex III.4(b) EU AI Act und Art. 26 EU AI Act. Die endgültige Einstufung hängt vom konkreten Einsatz ab — ein strukturiertes Assessment klärt das verbindlich.

Fliessen die Produktivitätsdaten in Entscheidungen über einzelne Beschäftigte (Bewertung, Bonus, Schicht)? (Annex III.4(b))

Diese Abgrenzung entscheidet häufig über die Risikoklasse. Die genaue Ausgestaltung im Einzelfall ist entscheidend; ein Assessment ordnet die Faktoren strukturiert ein.

Werden nur aggregierte Linien-/Maschinendaten ohne Personenbezug erhoben?

Diese Abgrenzung entscheidet häufig über die Risikoklasse. Die genaue Ausgestaltung im Einzelfall ist entscheidend; ein Assessment ordnet die Faktoren strukturiert ein.

Was sind die nächsten konkreten Schritte?

Zuerst die Einstufung verbindlich klären, dann den Pflichtenkatalog (Art. 9–15) als Projektplan aufsetzen und die Rollenfrage Anbieter/Betreiber (Art. 25) klären. Das Assessment liefert dazu einen dokumentierten Audit-Trail.

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