KI-Qualitätskontrolle und der EU AI Act
Wir prüfen Produktqualität mit KI-Bildverarbeitung
Wir prüfen Produktqualität mit KI-Bildverarbeitung: Diese Anwendung gilt nach derzeitiger Einschätzung als minimales Risiko. Es bestehen kaum spezifische Pflichten — die KI-Kompetenz-Pflicht nach Art. 4 gilt jedoch generell. Das System wirkt nicht unmittelbar auf natürliche Personen, was die Einstufung beeinflusst.
Zuletzt geprüft: 5. Juni 2026 · 3 Min. Lesezeit · Herausgeber: Innopulse Consulting GmbH, Zug
Warum diese Einstufung?
- ▸Das System trifft oder stützt automatisierte Entscheidungen mit Rechts- oder ähnlich erheblicher Wirkung.
Rechtliche Grundlage
Artikel
Welche Pflichten gelten?
- KI-Kompetenz der mit dem System befassten Personen (Art. 4)
- Freiwillige Verhaltenskodizes werden empfohlen (Art. 95)
Zusätzliche Rechtsrahmen in der DACH-Region
Der EU AI Act steht nicht allein. Je nach Einsatz greifen in der Schweiz, Deutschland und Österreich weitere Vorgaben — hier die für diesen Fall relevanten:
Als Sicherheitskomponente einer Maschine greift die EU-Maschinenverordnung — Annex-I-Pfad nach Art. 6(1).
Die allgemeine Produktsicherheitsverordnung (GPSR) kann ergänzend greifen.
Praxis-Beispiele
Hochrisiko
Qualitätskontrolle steuert eine Entscheidung über Zugang, Preis oder Beschäftigung einer Person — mögliche Annex-III-Hochrisiko-Einstufung.
Grenzfall
Qualitätskontrolle erzeugt personenbezogene Scores, die in Entscheidungen einfliessen könnten — Einzelfallprüfung nötig.
Unkritisch
Kamera-KI erkennt Kratzer auf Bauteilen am Fliessband — minimal.
Pflicht-Trigger für diesen Fall
- Automatisierte Entscheidungen
- Entscheidungsunterstützung (Mensch im Loop)
Zusätzliche regulatorische Overlays
Neben dem AI Act greifen für diesen Fall sektorale Vorschriften, die zusätzliche Pflichten auslösen können.
Was muss konkret geklärt werden?
Ob Dein konkreter Use-Case unter Minimales Risiko fällt, hängt von folgenden Detailfragen ab:
- Optische Qualitätsprüfung betrifft keine Personen → minimal. Die Digital-Omnibus-Verfeinerung bestätigt: reine Qualitätskontrolle ist keine Sicherheitskomponente, sofern kein Gesundheits-/Sicherheitsrisiko.
Häufige Fragen
Ist „Qualitätskontrolle" ein Hochrisiko-KI-System nach dem EU AI Act?
Voraussichtlich nein. Die Anwendung ist als minimales Risiko einzustufen. Es können jedoch Transparenz- und KI-Kompetenz-Pflichten gelten.
Optische Qualitätsprüfung betrifft keine Personen → minimal. Die Digital-Omnibus-Verfeinerung bestätigt: reine Qualitätskontrolle ist keine Sicherheitskomponente, sofern kein Gesundheits-/Sicherheitsrisiko.
Diese Abgrenzung entscheidet häufig über die Risikoklasse. Die genaue Ausgestaltung im Einzelfall ist entscheidend; ein Assessment ordnet die Faktoren strukturiert ein.
Was sind die nächsten konkreten Schritte?
Transparenz- und KI-Kompetenz-Pflichten umsetzen und die Einstufung dokumentieren, damit sie bei Audits oder Änderungen belastbar ist.
Verwandte Anwendungsfälle
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