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Forschung & Wissenschaft·Datenanalyse

KI in klinischen Studien und der EU AI Act

Wir nutzen KI zur Auswertung oder Rekrutierung in klinischen Studien

Minimales RisikoRange: minimal / limited / high_risk

Wir nutzen KI zur Auswertung oder Rekrutierung in klinischen Studien: Diese Anwendung gilt nach derzeitiger Einschätzung als minimales Risiko. Es bestehen kaum spezifische Pflichten — die KI-Kompetenz-Pflicht nach Art. 4 gilt jedoch generell. Betroffen sind insbesondere Patientinnen und Patienten.

Zuletzt geprüft: 5. Juni 2026 · 3 Min. Lesezeit · Herausgeber: Innopulse Consulting GmbH, Zug

Warum diese Einstufung?

  • Das System unterstützt Entscheidungen, ohne sie automatisiert mit erheblicher Wirkung zu treffen.
  • Es findet Profiling im Sinne der DSGVO statt.
  • Es können besonders schutzbedürftige Gruppen betroffen sein — ein erschwerender Faktor.

Rechtliche Grundlage

Artikel

Art. 2(6) EU AI ActArt. 9 DSGVOVerordnung (EU) 536/2014 (CTR)

Erwägungsgründe

Recital 25

Welche Pflichten gelten?

  • KI-Kompetenz der mit dem System befassten Personen (Art. 4)
  • Freiwillige Verhaltenskodizes werden empfohlen (Art. 95)

Zusätzliche Rechtsrahmen in der DACH-Region

Der EU AI Act steht nicht allein. Je nach Einsatz greifen in der Schweiz, Deutschland und Österreich weitere Vorgaben — hier die für diesen Fall relevanten:

DSGVOEU

Bei automatisierten Entscheidungen über natürliche Personen greift insbesondere Art. 22 DSGVO (Recht auf menschliches Eingreifen).

MDR (Medizinprodukte)EU

Als Sicherheitskomponente eines Medizinprodukts greift zusätzlich die MDR — und damit Annex-I-Pfad statt Annex III (Art. 6(1) EU AI Act).

Praxis-Beispiele

Hochrisiko

KI, die als Medizinprodukt-Komponente Diagnoseentscheidungen unterstützt → Annex-I/MDR.

Grenzfall

KI klinische Studien erzeugt personenbezogene Scores, die in Entscheidungen einfliessen könnten — Einzelfallprüfung nötig.

Unkritisch

KI-gestützte Literaturanalyse zur Studienplanung ohne Patientendatenverarbeitung.

Pflicht-Trigger für diesen Fall

  • Wirkt direkt auf natürliche Personen
  • Profiling natürlicher Personen
  • Entscheidungsunterstützung (Mensch im Loop)
  • Verletzliche Gruppen betroffen möglich

Zusätzliche regulatorische Overlays

GDPRMDR MEDICAL DEVICES

Neben dem AI Act greifen für diesen Fall sektorale Vorschriften, die zusätzliche Pflichten auslösen können.

Was muss konkret geklärt werden?

Ob Dein konkreter Use-Case unter Minimales Risiko fällt, hängt von folgenden Detailfragen ab:

  • Wird das System Teil eines Medizinprodukts (MDR) → ggf. Annex-I-Pfad statt Forschungsausnahme.
  • Welche Datenkategorien wurden zum Trainieren verwendet?
  • Wie autonom entscheidet das System?

Häufige Fragen

Ist „KI klinische Studien" ein Hochrisiko-KI-System nach dem EU AI Act?

Voraussichtlich nein. Die Anwendung ist als minimales Risiko einzustufen. Es können jedoch Transparenz- und KI-Kompetenz-Pflichten gelten.

Wird das System Teil eines Medizinprodukts (MDR) → ggf. Annex-I-Pfad statt Forschungsausnahme.

Diese Abgrenzung entscheidet häufig über die Risikoklasse. Die genaue Ausgestaltung im Einzelfall ist entscheidend; ein Assessment ordnet die Faktoren strukturiert ein.

Was sind die nächsten konkreten Schritte?

Transparenz- und KI-Kompetenz-Pflichten umsetzen und die Einstufung dokumentieren, damit sie bei Audits oder Änderungen belastbar ist.

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